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Schlafwagenzug "Komet"

DSG- Schlafwagenzug KOMET (mit Fotos aus dem Archiv der Firma WEGMANN & Co, Kassel)


Im Jahr 1949 wurde die Deutsche Bundesbahn gegründet. In den Folgejahren ergingen an die Industrie Aufträge zur Neuentwicklung von Fahrzeugen mit Dieselmotoren - darunter auch zwei Triebwagen nach den Plänen von Franz Kruckenberg.
Bereits neun Monate nach Auftragserteilung präsentierte WEGMANN & Co auf der Verkehrsausstellung 1953 in München einen Schlafwagenzug für die DSG (Deutsche Schlaf- und Speisewagengesellschaft). Nach kurzer Erprobung ging der Gliedertriebzug in den planmäßigen  Betrieb und verband Hamburg mit Zürich im Nachtsprung. Seine Einsätze wurden unterbrochen durch drei Fahrten nach Griechenland. Sie dienten Werbezwecken der deutschen Schienenfahrzeugindustrie und fanden große Beachtung in der Fachpresse. Für die Ehrengäste (auch Bundespräsident Theodor Heuss und Wirtschaftsminister Ludwig Erhardt waren an Bord) wurde ein Salonabteil hergerichtet, später für Kanzler Adenauer sogar ein eigener Salonwagen (damals mit Spitznamen „Adenauer- Glied“) in den Zug eingehängt.
Ende der fünfziger Jahre zeigten sich erste Verschleißerscheinungen an der Aluminiumkarosserie, sodass die DB den Zug zunächst zum Verkauf anbot, später dann aber verschrotten ließ. Der Salonwagen ist bei den Nürnberger Eisenbahnfreunden erhalten.
Die Wagenkästen wurden aus Aluminiumprofilen und Aluminiumblechen hergestellt. Wie auch im Flugzeugbau üblich wurden alle Teile miteinander vernietet.
Gern hätte WEGMANN  auch die Schweißtechnik angewendet, doch die einzige damals am Markt verfügbare elektrische Punktschweissmaschine war bereits an die Konkurrenz in Salzgitter verkauf worden. Dort fertigte LHB einen ähnlichen Tages- Gliederzug, den „Senator“.

(Foto aus dem Archiv der Firma WEGMANN & Co, Kassel)
Nur neun Monaten sind zwischen Auftragserteilung und Übergabe an die DB vergangen. Stolz präsentieren sich August Bode (Dritter von links) zwischen seinen Söhnen Fritz und Engelhard zusammen mit leitenden Angestellten vor
dem Schlafwagenzug.


(Foto aus dem Archiv der Firma WEGMANN & Co, Kassel)
Im Schlepp einer damals ebenfalls neuen V80 verlässt der KOMET den Unterstadtbahnhof. Bevor die eigenen Motoren in Betrieb genommen werden, muß zuerst die Funktion des Laufwerkes und der Bremsen geprüft werden.


(Foto aus dem Archiv der Firma WEGMANN & Co, Kassel)
Der erste öffentliche Auftritt des KOMET fand im Sommer 1953 in München auf der Verkehrsausstellung statt.


(Foto aus der Sammlung der www.eisenbahnstiftung.de)
Nach dem Ende der Verkehrsausstellung wechselte der Triebzug in den Planbetrieb. Er fuhr dreimal in der Woche von Hamburg nach Zürich und zurück. Auf einer solchen Fahrt nahm der berühmte Eisenbahnfotograf Carl Bellingrodt den Zug in Offenburg auf.


(Foto aus der Sammlung der www.eisenbahnstiftung.de)
Obwohl er als Schlafwagenzug verkehrte, waren im Triebkopf „a“ auch 12 Sitzplätze vorgesehen. Die Polster der Sitze, Liegen und Betten wurde von der Firma Correcta in Bad Wildungen hergestellt.
Dreimal ging der KOMET auf lange Auslandsreise:
im Herbst 1953 mit Bundesbahnpräsident Edmund Frohne zur Europäischen Fahrplankonferenz in Athen
im Herbst / Winter  1954 mit Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhardt nach Athen
im Frühjahr 1956 mit Theodor Heuss zum ersten Auslands- Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten wieder nach Athen. Das Glied „c“ wurde für den prominenten Fahrgast zu einem Salon umgebaut.
Bundeskanzler Konrad Adenauer fuhr im Herbst 1956 mit dem KOMET zum Staatsbesuch nach Paris und 1957, nach der Rückkehr des Saarlandes, nach Saarbrücken. Er konnte bereits den nachgelieferten Salonwagen „i“ nutzen, der heute noch existiert.

Auf der ersten dieser Fahrten erlitt der Triebzug einen Lagerschaden. Im jugoslawischen Bahnhof Zenica wurde der Triebkopf aufgebockt, das Drehgestell ausgebaut und der beschädigte Achsschenkel im örtlichen Stahlwerk erfolgreich repariert. Nach fünftägiger Unterbrechung konnte die Fahrt fortgesetzt werden, ohne dass weitere Schäden auftraten.
Am Morgen des 5. Februar 1955 fuhr der südwärts fahrende KOMET bei Hann. Münden auf eine Gesteinslawine und wurde dabei erheblich beschädigt. Die Fahrgäste wurden nicht verletzt, der führende Triebkopf musste danach aber umfangreich repariert werden.


(Foto aus dem Archiv der Firma WEGMANN & Co, Kassel)
1959 war die Zeit des KOMET schon wieder vorbei. Die Deutsche Bundesbahn versuchte, den Zug mittels dieses Inserates in ihrer Zeitschrift „Die Bundesbahn“ zu verkaufen. Es fand sich kein Käufer, sodass alle Wagen außer dem „Adenauer- Glied i“ verschrottet wurden.


Die Eisenbahnfreunde Nürnberg erwarben den „Adenauer- Wagen“ zum  Preis von 1247 DM von der Deutschen Bundesbahn. Zunächst stand er im Nürnberger Hbf, musste dort aber dem Neubau eines Postgebäudes weichen. Seither steht er auf einem kurzen Gleisstück gegenüber des Bahnhofes Nürnberg- Stein und wird von den Eisenbahnfreunden als Clubhaus genutzt.

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