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Der Weg zum TMK (1/2)

Ewald Griesel blickt zurück auf die Gründung des Vereins vor 15 Jahren und die Errichtung der gemeinnützigen Betreibergesellschaft mbH vor 10 Jahren:

Von einem staatlichen Technik-Museum war schon bereits 1987 zu lesen – man suchte nach Nutzern des Hauptbahnhofs, der wegen der ICE-Anbindung in Wilhelmshöhe bedeutungslos werden würde. Der spätere Zusatz „Kultur-Bahnhof“ begünstigte allerdings die Realisierung dieser Idee nicht.

Das 1992 in der Orangerie vom Land Hessen eingerichtete „Museum für Astronomie und Technik-geschichte“ war ein begrüßenswerter Schritt. Kassel erhielt dank der Initiativen des Leiters, Prof. Dr. Ludolf von Mackensen,  Exponate von besonderer Qualität, so unter anderem einen originalen „Fieseler Storch“ und die erste von Henschel 1905 gebaute Elektro-Lokomotive.

Die Pläne des Landes Hessen zum Ausbau der „Museumslandschaft Hessen-Kassel“ (alsbald ersetzte das Kürzel „mhk“ die „Staatlichen Schlösser und Gärten“) führten allerdings zu einer überraschenden und kompromisslosen Zäsur: Nach der Entscheidung von Michael Eisenhauer, dem damaligen Leiter der Staatlichen Museen, sollte auf Basis eines Gutachtens des Planungsbüros Albert Speer und Partner die Orangerie zu einem „Haus der Vermessung von Raum und Zeit“ werden. Später wurde stattdessen die Bezeichnung „Astronomisch-Physikalisches Kabinett“ gewählt. Der „Fieseler Storch“ sowie andere Exponate, etwa zur Energie-Technik, wurden 2004 entfernt.

2005

Die museale Auslöschung der Technik-Geschichte aus Kasseler Sammlungen hat mich zu dieser Zeit empört – mein Beitrag im „KulturMagazin“, das im Februar 2005 erschien, zeugt davon. Mit dem Unverständnis über die Entscheidung des Landes Hessen, man sehe sich in der Verantwortung (lediglich) den „Fürstlichen Kosmos“ zu bewahren, stand ich aber nicht allein. Das Juni-Heft des „KulturMagazins“  weist mit Zitaten von Horst-Dieter Jordan, Dirk Pietzcker, Dr. William Fischer, Ludolf von Mackensen, Achim Wickmann, Bernd Scott  und mir bereits jene Namen aus, die sich öffentlich für ein eigenständiges Technik-Museum einsetzten. Weitere Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft schlossen sich an, so dass insgesamt 14 Personen am 12. September 2005 in Räumen der Kasseler Sparkasse den Verein „Technik-Museum Kassel“ gründeten. Neben dem Schatzmeister-Resort übernahm ich – eher verlegenheitshalber – auch den Vereinsvorsitz. Die erste Pressepräsenz hatte unser „TMK“ am 11. Oktober 2005 in der HNA.

2006

Das damals alle Gründungsmitglieder verbindende Ziel war, im Nordflügel des Kultur-Bahnhofs, und zwar in den Räumen der ehemaligen Expressgut-Halle, die ins Auge gefassten ersten spektakulären Exponate auszustellen. Miet-Verhandlungen mit „Aurelis“, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG, wurden aufgenommen. Beim Kasseler Museumstag traten wir im Mai 2006 erstmals mit einer Aktion auf dem Königsplatz öffentlichkeitswirksam  in Erscheinung. Schon am 5. August organisierten Bernd Scott, ich und Vereinsmitglieder das gut besuchte Fest „Wasser, Feuer, Dampf“ in der Karls-Aue vor der Orangerie.

In den öffentlichen Diskussionsrunden um die Verwendung von 20 Millionen Euro für städtische Museen und Kultureinrichtungen gelang es uns leider nicht, das TMK als Projekt zu platzieren. Es war offensichtlich, dass eine weitere Einrichtung, die potentiell städtische Unterstützung fordern könnte,  nicht willkommen war.

2007

Immerhin gab die Stadt Kassel eine Studie in Auftrag, von der Kriterien erwartet wurden, wie und wo ein „Museum für Industrie und Technik“ entstehen könnte. Im März 2007 nahmen  die Gutachter ihre Arbeit auf. Dies beflügelte uns zum zweiten großen Fest am 23. Juni, diesmal unter dem Motto „Rad, Schiene, Luft“ auf dem Königsplatz.

Leider platzte  in dieser Zeit vermehrter optimistischer Signale unsere TMK-Idee vom Domizil im Kultur-Bahnhof: Zunächst vermietete „Aurelis“ die Expressguthalle an einen Lebensmittelhändler. Dann eröffnete uns kategorisch die Immobilienabteilung der Deutschen Bahn bei unserem Gespräch in Frankfurt, dass ein Technik-Museum im Kulturbahnhof generell nicht gewollt sei und folglich über Räume und Flächen nicht mehr verhandelt werde.

Bernd Scott und ich sondierten daraufhin eine ganze Reihe in Betracht gezogener Standorte; hier seien nur einige genannt: Ehemalige Binding-Brauerei, Magazinhof, Nähe zum „Hessen-Courrier“, Salzmann, Hallen in Bettenhausen.

Die Anfang Juli präsentierte Machbarkeitsstudie hatte die Qualität eines KO-Schlags. Die Gutachter befanden, dass  die in Betracht kommenden Exponate eher geringe Qualität hätten – und bei einem Baukostenansatz von 15 Millionen Euro war erst recht klar, dass man sich mit der Idee eines städtischen Technik-Museum keinesfalls anfreunden wird.

2008

Im ersten Quartal 2008 veröffentlichte Kulturdezernent Thomas-Erik Junge den Masterplan für die Entwicklung der Städtischen Museen. „Ein Museum für Technik-Geschichte“, schrieb die HNA, „sucht man vergebens“.

Nahezu „trotzig“ strebten wir nach Präsenz in den Medien. Im neu auf den Markt gekommenen Buch „Zeitreise Kassel“ belegten wir einen ganzen Abschnitt, mit Comic-Zeichnungen von Schülerinnen und Schülern, einer Ausstellung in der Kasseler Sparkasse und einer Geburtstagsfeier für Henschels Lokomotive Nr.1 „Drache“ (160 Jahre) im KuBa kamen wir in die HNA. Erstmals ließen wir in der HNA am 18.7.2008 verlautbaren: „Chance für Museumsdepot in Rothenditmold“.

2009

Die Auflösung eines geschlossenen Immobilienfonds, in den die ehemaligen Kasseler Henschel-Liegenschafen eingebracht worden waren, eröffnete unserem Verein  tatsächlich die Chance, in historischem Ambiente und unter dem Namen „Technik-Museum Kassel“ uns überlassene Leihgaben ausstellen zu können. Erstmals öffneten wir im August 2009 die Tore der Wolfhager Straße 109 für die „Entdeckertage“ des „Extra-TIP“. Und es ging gleich weiter mit der Museumsnacht am 5. September! Ende 2009 hatte unser Verein immerhin schon 110 Mitglieder; das Aufkommen aus Beiträgen und Spenden summierte sich auf 37.600 Euro. Unsere ehrgeizige Privat-Initiative wurde nunmehr von immer mehr Sponsoren und Mitgliedern „belohnt“, der Geldmittelzufluss wuchs in 2010 auf 83.300 € und 2011 auf 93.000 € an

 

2010

Es zeichnete sich ab, die in 2009 bereits als Ausstellungsdepot genutzte 2500 Quadratmeter große Halle mit der Bezeichnung „R 05 / Schiff 10“ vom Verwalter der aus dem Immobilienfonds entlassenen Liegenschaften anmieten zu können – und das sogar fest für 15 Jahre! Mit diesen Konditionen kam auch eine Förderung aus dem Programm EFRE der Europäischen Union in Betracht. Damit war eine Situation gegeben, in der es nach § 2 Absatz 3 unserer Vereinssatzung geboten war, zu handeln. Dort ist bestimmt, dass der Verein seinen Satzungszweck insbesondere durch die Einrichtung eines eigenständigen, der Öffentlichkeit zugänglichen Technik-Museums und dessen Betrieb durch eine gemeinnützige GmbH verwirklicht. Am 22. März 2010 wurde diese Gesellschaft als 100 %ige Tochter des Vereins errichtet; die Vorstandsmitglieder Axel Hollstein, Bernd Scott und ich unterzeichneten vor der Notarin den Gesellschaftsvertrag und die Gründungsurkunde.

In der Folge wurden mehrere Monate genutzt, um die Wände des Hallenschiffs abzuwaschen und neu zu streichen, den Fußboden einer Grundreinigung zu unterziehen, Brandschutz-Maßnahmen umzusetzen (wodurch der Eingangsbereich an die Wolfhager Straße verlegt werden konnte) und eine Einbruch-Meldeanlage zu installieren. Die umfassenden Renovierungsarbeiten wurden getrieben durch die Termine  28. Juli mit Eröffnung der  großen Sonderausstellung anlässlich der Gründung der Firma Henschel vor 200 Jahren und 22. August, dem „Blauen Sonntag“.

Die Umbau- und Ausbau-Arbeiten konnten mit einer Zuwendung der EU über insgesamt 250.000 Euro finanziert werden. Bedingung war dabei, dass eine gleich hohe Summe aus Mitteln des TMK aufgebracht wird (was schließlich auch gelang). Am 28. August 2010 brachte die HNA ein Titelfoto mit dem Henschel-Feuerlöschzug, der Schlagzeile „KASSEL HAT JETZT EIN TECHNIKMUSEUM“ und einen großen Bericht im Innenteil.

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Kontakt

Technik-Museum Kassel e.V.
Wolfhager Str. 109,
34127 Kassel
0561-86190400
museum@tmk-kassel.de

Unsere Öffnungszeiten

Sommer vom 1. April - 31. Oktober
Mittwoch – Freitag: 13:00 – 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11:00 – 17:00 Uhr

letzter Einlass 16:20 Uhr

Winter vom 1. November - 31. März
Mittwoch – Freitag: 13:00 – 16:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11:00 – 16:00 Uhr

letzter Einlass 15:20 Uhr

Unsere Ausstellungshalle ist nicht geheizt, im Winterhalbjahr bitte entsprechend kleiden.