Das TMK gratuliert der HNA ...

DAS TECHNIK-MUSEUM KASSEL GRATULIERT DER HNA ZUM 75-JÄHRIGEN JUBILÄUM

Bücher, Zeitschriften und sonstige Druckwerke umgeben uns mit großer Selbstverständlichkeit. Wenn wir morgens die HNA aus dem Briefkasten nehmen und bei einer heißen Tasse Kaffee das Neueste lesen, machen wir uns keine Gedanken darüber wie aufwendig  Setzen und Drucken einer Zeitung um die Jahrhundertwende waren. Anlässlich des Jubiläums der HNA blicken wir kurz zurück:

Im ausgehenden Zeitalter der Aufklärung führte das gesteigerte Informations- und Lesebedürfnis der Bevölkerung zu einer starken Nachfrage nach Zeitschriften und Büchern. Auflagen und Umfang der Druckwerke nahmen exorbitant zu. In den Druckereien konnte der Druckprozess durch stetig verbesserte Druckmaschinen gesteigert werden, jedoch gelang es nicht, das Setzen der einzelnen Buchstaben zu mechanisieren, dies erfolgte nach wie vor sehr zeitaufwendig im Handsatz. Die verwendeten Buchstaben mussten am Ende wieder auseinandergebrochen und von Hand in die Setzkästen zurückgeführt werden. Trotz größter Bemühungen zahlreicher Erfinder, war es ein Problem, den komplexen Prozess des „Setzens, Auseinanderbrechens und des Ablegens“ zu mechanisieren.

Ottmar Mergenthaler, ein aus Bad Mergentheim stammender deutscher Uhrmacher, wanderte 1872 in die USA aus. Dort knüpfte er Kontakte zum Druckgewerbe und erkannte die Probleme des Handsatzes. Dies war die Initialzündung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen; sein Beruf kam  ihm dabei zugute. Im Jahr 1886 gelang es ihm, den komplexen Prozess zu mechanisieren. Seine „Blower“ war die erste funktionierende Matrizensetz- und Zeilengießmaschine, auch wenn sie noch kleinere Probleme aufwies. Die Maschine verbreitete sich zunächst auf dem amerikanischen Markt, 1894 kommt eine verbesserte Setzmaschine nach Deutschland.

Die Buchstaben wurden bei dem neuartigen Maschinensatz nun nicht mehr einzeln vom Handsetzer aus dem Setzkasten herausgenommen und später wieder zurückgelegt, sondern der Text wurde über eine Tastatur, wie bei einer Schreibmaschine, eingegeben. Für jeden angetippten Buchstaben fällt eine Matrize aus einem Magazin. Diese Buchstabenmatrizen werden zu Zeilen aneinandergereiht und ausgegossen. Es entsteht eine sogenannte „line of types“, die Namensgeber für die Linotype-Maschine ist. Die maschinell erstellten Zeilen werden zu Druckstößen angeordnet. Die Buchstabenmatrizen, die zum Guss der Zeilen verwendet wurden, werden danach wieder auseinandergebrochen und im letzten Arbeitsschritt über Zahnstangen wieder in das Matrizenmagazin zurückgeführt. Der neue Maschinensatz führte zu einem gravierenden Wandel in der Druckbranche. Einerseits konnte der Satz nun beschleunigt werden und kostengünstiger erfolgen, andererseits wurden viele Handsetzer arbeitslos. Neben dem Beruf des Handsetzers bildete sich der Beruf des Maschinensetzers heraus.

Anlässlich des 75jährigen Jubiläums der HNA zeigt das Technik-Museum eine Linotype-Setzmaschine  an exponierter Stelle. Besucher/Innen können sich selbst ein Bild davon machen, welche Genialität und konstruktive Leistung in dieser Maschine steckt. Drei - bis zur Erfindung des Maschinensatzes von Hand ausgeführte – Arbeitsschritte, nämlich das „Setzen, Auseinanderbrechen und Ablegen“ wurden nunmehr durch eine einzige Maschine erledigt.

Recherchen der HNA haben ergeben, dass die im TMK befindliche Maschine diejenige sei, auf der zunächst die ersten Proklamationen der Amerikaner und dann die erste Ausgabe der Hessischen Nachrichten gedruckt wurden. (HNA, 16.09.2020).

Text: Andrea Krischke

Bild: Wolfgang Dünkel

(last update 26.09.2020)

Münzzählmaschine

Bezeichnung: Standard Rapid - Type L - No.: 751200

Hersteller: Standardwerk Eugen Reis GmbH, 752 Bruchsal 

Dieses Münzzählgerät stammt aus den 50er Jahren. Es lässt sich für jeden Münztyp stufenlos auf Durchmesser und Dicke einstellen, somit ist es für alle Münzen verwendbar. Das Gerät ist vollständig aus Metall gefertigt und wird mit einer Handkurbel angetrieben.

Abmessungen:

Höhe 21,3 cm

Breite 28,4 cm

Tiefe 22,5 cm

Gewicht: 10,6 kg

Bauzeit: 1950 - 1974 

Den passenden Münzauffangsack suchen wir noch.   

In 1924 wurde die Standardwerk Eugen Reis GmbH in Bruchsal gegründet. Eugen Reis war nicht nur ein Pionier im Bau von Münzzählmaschinen, sondern auch der Erfinder des Münzrolliers. Seit den 90er Jahren zählt  der Nachfolgebetrieb  zu den Marktführern  bei den aktuellen Geldzählmaschinen in Deutschland. Die hier ausgestellte Münzzählmaschine wurde u. a. bei Banken, bei Bundesbahn und Bundespost, in Kaufhäusern und in allen Betrieben, in denen im größeren Umfang Münzgeld anfiel, eingesetzt.

Recherche, Text und Bild: Günter Burggraf

Glocke Gloria

Unsere „Gloria-Glocke“ entstand im Jahr 1926 in der Glockengießerei Schilling in Apolda. Sie besteht aus Eisenhartguss, wiegt 2850 kg und hat die Tonlage "CIS".

Zunächst hing sie im Nordturm der Kasseler Martinskirche und hat sogar die Zerstörungen der Bombennacht 1943 überstanden. 1950 wurde sie zur Matthäuskirche nach Niederzwehren umgesetzt. 2016 gelangte sie dann in das Technik- Museum Kassel.

Derzeit steht die Glocke in unserem Depot und kann leider nicht besichtigt werden.

Kontakt

Technik-Museum Kassel e.V.
Wolfhager Str. 109,
34127 Kassel
0561-86190400
museum{at}tmk-kassel.de

(bitte den Platzhalter {at} durch das übliche Trennzeichen ersetzen)

Unsere Öffnungszeiten

Sommer vom 1. April - 31. Oktober
Mittwoch – Freitag: 14:00 – 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11:00 – 17:00 Uhr

an Feiertagen: 11:00 -17:00 Uhr

letzter Einlass 16:20 Uhr

Winter vom 1. November - 31. März
Mittwoch – Freitag: 13:00 – 16:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11:00 – 16:00 Uhr

an Feiertagen: 11:00 - 16:00 Uhr

letzter Einlass 15:20 Uhr

Unsere Ausstellungshalle ist nicht geheizt, im Winterhalbjahr bitte entsprechend kleiden.

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