Modellbahn Bebra 1958



Seit Juni 2015 befindet sich im Technik- Museum Kassel eine große Modellbahnanlage im Aufbau.
Unser Thema lautet: 

"Knotenpunktbahnhof Bebra im Herbst des Jahres 1958".



Die Anlage hat eineLänge von ca. 22 m und eine Breite von ca. 8m. Darauf sind über 500 m Gleis verlegt. Gebaut wird im Maßstab 1:87,
gefahren wird mit allen Fabrikaten des 2-Leiter-Systems. Die Steuerung von Loks und Fahrstraßen erfolgt digital (DCC).



Das Vorbild


Die Strecke Kassel - Gerstungen -(Eisenach) ist Teil der 1848 eröffneten  „Friedrich Wilhelms-Nord-Bahn“
Die "Hanau- Bebraer -Bahn" kam 1868 dazu, acht Jahre später dann die "Bebra- Friedländer- Bahn". Bebra wurde damit  zu einem hochrangigen Knoten im deutschen Fernverkehr. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Verbindung (Hamburg-) Hannover- Bebra- Würzburg/Frankfurt, die„Nord-Süd-Strecke“  zu einem wichtigen Element im deutschen Schienennetz.  Mit Dampfloks wurden seinerzeit unvorstellbare Leistungen gefahren, auf der Cornberger Rampe seit 1951 sogar mit fliegenden Überholungen.

Die Umsetzung


Der Personenbahnhof Bebra Pbf wurde nach einem Originalgleisplan aufgebaut. Der Güterbahnhof Bebra Gbf wurde mit einer reduzierten Anzahl der Gleise realisiert, ebenso Bebra U (Umladebahnhof) und der Rangierbahnhog mit Ablaufberg.

Immerhin ist das Vorbild, gemessen vom Abzweig Blankenheim im Süden zum Umladbahnhof Bebra U im Nordwesten acht Kilometer lang!
Im Bw Bebra sehen wir  beide Drehscheiben und die Signalmeisterei. Ebenfalls im Modell vorhanden sind die Haltepunkte Lispenhausen, Asmushausen , der Bahnhof Cornberg und der Grenzbahnhof Hönebach. Hier war wir 1989 die Zonengrenze und es begann ein  Korridor durch die  „DDR" bis nach Herleshausen.

Die markanten Punkte

Bebra: Pbf, Gbf, U, Bw, R, Signalmeisterei; Wasser-, Sand-, Öl-, Kohle-Behandlung; Wasserturm

Göttinger Bogen, Cornberger Rampe; Signalbrücken; Schranke Lispenhausen; Strecke entlang der Fulda

Braunhäuser-, Cornberger-, Hönebach-Tunnelportale (siehe Bild oben)

Viadukt Hornel; Bachverlauf Sontra, Bebra, Haune; Siedlungen: Göttinger Bogen; Asmushausen;
Hornel; Fernfahrerheim Sontra; Hönebach, Zonengrenzverlauf

Steinbrüche stillgelegt, Eimerkettenbagger mit Abfuhr Kies
GilfershäuserBrücke, B27 Bebra-Sontra; B83 entlang Fulda

Die Schattenbahnhöfe

Unsere Zuggarnituren "parken" in vier sogenannten "Schattenbahnhöfen" und werden vom Fahrdienstleiter nach Fahrplan auf die Reise geschickt.
Richtung Süden: „Fulda 1“ und „Fulda 2“ (hinter „Stoppelsberg“ südlich Hersfeld)
Richtung Norden:  „Göttingen“ (hinter Viadukt Hornel bei Sontra, Tunnel Eichenberg
Richtung Nord-West: „Kassel“ (hinter Tunnel „Beiseförth“)
Richtung Osten: „Gerstungen-Eisenach“ (hinter Tunnel Hönebach)

Die Züge


Personenzüge: TEE, F-, D-, E-, P-Züge, Sonderzüge
Güterzüge: Sg-, Dg-, Ng-, Express-, Post-, Ganzzüge
Großen Wert legen wir auf eine vorbildgerechte Wagenreihung. Dabei helfen uns Zugbildungspläne, Bild- und Wissensdatenbanken wie das Bildarchiv der Eisenbahnstiftung und das Projekt DB58.
Die Vorbilder unserer Dampf-Lokomotiven wurden mit  mit Kohle oder Öl befeuert- letztere wurden sogar in Bebra am Bahnsteig nachbetankt!

Diesel-Lokomotiven: hydraulisch (V200), diesel- elektrisch (V188)
Triebwagen: Diesel und Akku, Schienenomnibusse

Besonderheiten: Schwere Züge erhalten Vorspann- oder Schiebeloks

Die Landschaft

Unterbau: Rahmen aus 120cm x 60cm Latten

Trassenbretter aus Holz, max. 2,5% Steigung
Landschaft aus Hartschaum Styrodur,Spanten aus Styrodur, Holz; Hasen-/Fliegendraht, Bespannung mit Stoff-oder Alufolie; Grundschicht aus Eierkarton-, Holzspäne-Weißleimgemisch
Elektrostat. Faser-Begrasung;Sand, Erde behandelt
Bäume, Sträucher: Drahtwickeltechnik, Filterwolle

Der Individualverkehr


Große Begeisterung lösen unsere selbstfahren Modellautos aus. Übertroffen wird der Eindruck noch von unseren strampelnden Radfahrern°!

Das Ziel


•Fahren nach Fahrplan Herbst 1958
•Blockstreckensicherung mit Originalsignalpositionen
•Gleiswechselbetrieb auf CornbergerRampe mit Drucklok-Unterstützung
•Kein vollautomatischer Betrieb
•Sonderfahrten anlässlich von Jubiläen etc., z.B.:–90 Jahre RHEINGOLD, 65 Jahre V200, weitere Themen

Ihr Besuch


•Fragen beantworten wir Ihnen gerne an der Anlage zu Vorbild, Modellen, Anlagenbau
•Informationen über „Sonderfahrten“ entnehmen Sie bitte der TMK-Homepage, Facebook, oder den Ankündigungen bei Drehscheibe-online
•Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Betrachten der großen Originalexponate in den TMK-Hallen und dem Fahrbetrieb auf unserer H0-Anlage

Objekt des Monats

DAS TECHNIK-MUSEUM KASSEL GRATULIERT DER HNA ZUM 75JÄHRIGEN JUBILÄUM
Bücher, Zeitschriften und sonstige Druckwerke umgeben uns mit großer Selbstverständlichkeit. Wenn wir morgens die HNA aus dem Briefkasten nehmen und bei einer heißen Tasse Kaffee das Neueste lesen, machen wir uns keine Gedanken darüber wie aufwendig Drucken und Setzen einer Zeitung um die Jahrhundertwende waren. Anlässlich des Jubiläums der HNA blicken wir kurz zurück:
Im ausgehenden Zeitalter der Aufklärung führte das gesteigerte Informations- und Lesebedürfnis der Bevölkerung zu einer starken Nachfrage nach Zeitschriften und Büchern. Auflagen und Umfang der Druckwerke nahmen exorbitant zu. In den Druckereien konnte der Druckprozess durch stetig verbesserte Druckmaschinen gesteigert werden, jedoch gelang es nicht, das Setzen der einzelnen Buchstaben zu mechanisieren, dies erfolgte nach wie vor sehr zeitaufwendig im Handsatz. Die verwendeten Buchstaben mussten am Ende wieder auseinandergebrochen und von Hand in die Setzkästen zurückgeführt werden.
Trotz größter Bemühungen zahlreicher Erfinder, war es ein Problem, den komplexen Prozess des „Setzens, Auseinanderbrechens und des Ablegens“ zu mechanisieren.
Ottmar Mergenthalter, ein aus Bad Mergentheim stammender deutscher Uhrmacher, wanderte 1872 in die USA aus. Dort knüpfte er Kontakte zum Druckgewerbe und erkannte die Probleme des Handsatzes. Dies war die Initialzündung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen; sein Beruf kam  ihm dabei zugute. Im Jahr 1886 gelang es ihm, den komplexen Prozess zu mechanisieren. Seine „Blower“ war die erste funktionierende Matrizensetz- und Zeilengießmaschine, auch wenn sie noch kleinere Probleme aufwies. Die Maschine verbreitete sich zunächst auf dem amerikanischen Markt, 1894 kommt eine verbesserte Setzmaschine nach Deutschland.
Die Buchstaben wurden bei dem neuartigen Maschinensatz nun nicht mehr einzeln vom Handsetzer aus dem Setzkasten herausgenommen und später wieder zurückgelegt, sondern der Text wurde über eine Tastatur, wie bei einer Schreibmaschine, eingegeben. Für jeden angetippten Buchstaben fällt eine Matrize aus einem Magazin. Diese Buchstabenmatrizen werden zu Zeilen aneinandergereiht und ausgegossen. Es entsteht eine sogenannte „line of types“, die Namensgeber für die Linotype-Maschine ist. Die maschinell erstellten Zeilen werden zu Druckstößen angeordnet. Die Buchstabenmatrizen, die zum Guss der Zeilen verwendet wurden, werden danach wieder auseinandergebrochen und im letzten Arbeitsschritt über Zahnstangen wieder in das Matrizenmagazin zurückgeführt.
Der neuen Maschinensatz führte zu einem gravierenden Wandel in der Druckbranche. Einerseits konnte der Satz nun beschleunigt werden und kostengünstiger erfolgen, andererseits wurden viele Handsetzer arbeitslos. Neben dem Beruf des Handsetzer bildete sich der Beruf des Maschinensetzers heraus.
Anlässlich des 75jährigen Jubiläums der HNA zeigt das Technik-Museum eine Linotype-Setzmaschine  an exponierter Stelle. Besucher/Innen können sich selbst ein Bild davon machen, welche Genialität und konstruktive Leistung in dieser Maschine steckt. Drei - bis zur Erfindung des Maschinensatzes von Hand ausgeführte – Arbeitsschritte, nämlich das „Setzen, Auseinanderbrechen und Ablegen“ wurden nunmehr durch eine einzige Maschine erledigt.
Recherchen der HNA haben ergeben, dass die im TMK befindliche Maschine, diejenige sei, auf der zunächst die ersten Proklamationen der Amerikaner und dann die erste Ausgabe der Hessischen Nachrichten gedruckt worden sei (HNA, 16.09.2020).

Text: Andrea Krischke

Bild: Wolfgang Dünkel

(last update 25.09.2020)

Kontakt

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Wolfhager Str. 109,
34127 Kassel
0561-86190400
museum{at}tmk-kassel.de

(bitte den Platzhalter {at} durch das übliche Trennzeichen ersetzen)

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Sommer vom 1. April - 31. Oktober
Mittwoch – Freitag: 14:00 – 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11:00 – 17:00 Uhr

an Feiertagen: 11:00 -17:00 Uhr

letzter Einlass 16:20 Uhr

Winter vom 1. November - 31. März
Mittwoch – Freitag: 13:00 – 16:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11:00 – 16:00 Uhr

an Feiertagen: 11:00 - 16:00 Uhr

letzter Einlass 15:20 Uhr

Unsere Ausstellungshalle ist nicht geheizt, im Winterhalbjahr bitte entsprechend kleiden.

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