Sammlungsgebiet Elektrische Energietechnik

Wesentlicher Bestandteil des Sammlungsgebiets Elektrische Energietechnik ist aufgrund der 1948 erfolgten Ansiedlung der AEG-Hochspannungsschaltgerätefabrik in Kassel das Schalten hoher Spannungen und Ströme in unseren Übertragungs- und Verteilnetzen elektrischer Energie. Was sind Übertragungsnetze und was sind Verteilnetze? Was sind Trenner, Lastschalter, Leistungsschalter? Welche Komponenten gehören noch zur Elektrischen Energietechnik, können im TMK besichtigt und von Fachleuten erläutert werden. Diese und zahlreiche weitere Punkte wollen wir hier in der kommenden Zeit beschreiben und Sie als Leser dieser Seite auf einen Besuch bei uns im Museum einstimmen.

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Drehstrom-Demonstationsmodell

Die Elektrizitätsversorgung entwickelte sich in Europa und den USA mit zwei großen Erfindungen:

  • dem dynamoelektrischen Prinzip, also der Nutzung des Restmagnetismus (Remanenz) in einem Gleichstrom-Generator, durch Werner von Siemens in Berlin im Jahr 1866/67 und fast zeitgleich durch Ch. Wheatstone in England,
  • der Konstruktion einer brauchbaren Glühlampe durch Thomas Alva Edison, "begnadeter Vermarkter" mit dem bis heute üblichen Edison-Gewinde in 1879 in den USA.

Den Durchbruch zum "Erfolgsmodell Drehstrom" brachte - nach Vorarbeiten von Nikola Tesla in Zusammenarbeit mit George Westinghouse über ein- und zweiphasigen Wechselstrom in den USA - die Erfindung des Chefelektrikers der 1883 gegründeten DEG und späteren AEG, des in Darmstadt Elektrotechnik studierten Michael Ossipowitsch von Dolivo-Dobrowolsky. Er entwickelte bis zum März 1889 den dreiphasigen "Drehstrom-Asynchonmotor mit Kurzschlussläufer", wie wir ihn demnächst bei den Elektromotoren im Sammlungsgebiet Elektrische Energietechnik vorstellen.

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2-poliger Spannungswandler aus der Frühzeit

Wie die weiteren im TMK ausgestellten Spannungswandler wurde auch dieses Exponat aus der Frühzeit der elektrischen Energieversorgung für mess- und schutztechnische Aufgaben benötigt, da der Anschluss damaliger elektrischer Mess- und Schutzgeräte an die bis heute übliche Spannung von 10.000 V (10 kV) im Mittelspannungs-Verteilnetz, u. a. in Kassel, nicht realisierbar war und es auch bis heute nicht ist.

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110-kV-Freileitung mit Langstabisolatoren

Elektrische Energie wird in der Regel nicht dort durch Umwandlung aus zumeist Primärenergien erzeugt, wo sie benötigt wird. Sie muss also dem Anwender zugeleitet werden. Hierzu stehen im öffentlichen Netz Schaltanlagen, Transformatoren und verbindende Kabel und Freileitungen zur Verfügung.

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Sicherungszange für Spannungen bis 20 kV

Für den Kurzschlussschutz in Mittelspannungsanlagen von z. B. 10 – 30 kV werden neben Leistungsschaltern auch strombegrenzende Hochspannungs-Hochleistungs-Sicherungen verwendet, meist in Kombination mit Lasttrennschaltern. Nach Auslösen der Sicherung und Störungsbehebung müssen diese in den betroffenen Anlagen gewechselt werden. Hierzu wird bei unter Spannung stehenden Anlagen eine isolierende Sicherungszange verwendet, in unserem Exponat bis 20 kV geeignet.

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Objekt des Monats

DAS TECHNIK-MUSEUM KASSEL GRATULIERT DER HNA ZUM 75JÄHRIGEN JUBILÄUM
Bücher, Zeitschriften und sonstige Druckwerke umgeben uns mit großer Selbstverständlichkeit. Wenn wir morgens die HNA aus dem Briefkasten nehmen und bei einer heißen Tasse Kaffee das Neueste lesen, machen wir uns keine Gedanken darüber wie aufwendig Drucken und Setzen einer Zeitung um die Jahrhundertwende waren. Anlässlich des Jubiläums der HNA blicken wir kurz zurück:
Im ausgehenden Zeitalter der Aufklärung führte das gesteigerte Informations- und Lesebedürfnis der Bevölkerung zu einer starken Nachfrage nach Zeitschriften und Büchern. Auflagen und Umfang der Druckwerke nahmen exorbitant zu. In den Druckereien konnte der Druckprozess durch stetig verbesserte Druckmaschinen gesteigert werden, jedoch gelang es nicht, das Setzen der einzelnen Buchstaben zu mechanisieren, dies erfolgte nach wie vor sehr zeitaufwendig im Handsatz. Die verwendeten Buchstaben mussten am Ende wieder auseinandergebrochen und von Hand in die Setzkästen zurückgeführt werden.
Trotz größter Bemühungen zahlreicher Erfinder, war es ein Problem, den komplexen Prozess des „Setzens, Auseinanderbrechens und des Ablegens“ zu mechanisieren.
Ottmar Mergenthalter, ein aus Bad Mergentheim stammender deutscher Uhrmacher, wanderte 1872 in die USA aus. Dort knüpfte er Kontakte zum Druckgewerbe und erkannte die Probleme des Handsatzes. Dies war die Initialzündung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen; sein Beruf kam  ihm dabei zugute. Im Jahr 1886 gelang es ihm, den komplexen Prozess zu mechanisieren. Seine „Blower“ war die erste funktionierende Matrizensetz- und Zeilengießmaschine, auch wenn sie noch kleinere Probleme aufwies. Die Maschine verbreitete sich zunächst auf dem amerikanischen Markt, 1894 kommt eine verbesserte Setzmaschine nach Deutschland.
Die Buchstaben wurden bei dem neuartigen Maschinensatz nun nicht mehr einzeln vom Handsetzer aus dem Setzkasten herausgenommen und später wieder zurückgelegt, sondern der Text wurde über eine Tastatur, wie bei einer Schreibmaschine, eingegeben. Für jeden angetippten Buchstaben fällt eine Matrize aus einem Magazin. Diese Buchstabenmatrizen werden zu Zeilen aneinandergereiht und ausgegossen. Es entsteht eine sogenannte „line of types“, die Namensgeber für die Linotype-Maschine ist. Die maschinell erstellten Zeilen werden zu Druckstößen angeordnet. Die Buchstabenmatrizen, die zum Guss der Zeilen verwendet wurden, werden danach wieder auseinandergebrochen und im letzten Arbeitsschritt über Zahnstangen wieder in das Matrizenmagazin zurückgeführt.
Der neuen Maschinensatz führte zu einem gravierenden Wandel in der Druckbranche. Einerseits konnte der Satz nun beschleunigt werden und kostengünstiger erfolgen, andererseits wurden viele Handsetzer arbeitslos. Neben dem Beruf des Handsetzer bildete sich der Beruf des Maschinensetzers heraus.
Anlässlich des 75jährigen Jubiläums der HNA zeigt das Technik-Museum eine Linotype-Setzmaschine  an exponierter Stelle. Besucher/Innen können sich selbst ein Bild davon machen, welche Genialität und konstruktive Leistung in dieser Maschine steckt. Drei - bis zur Erfindung des Maschinensatzes von Hand ausgeführte – Arbeitsschritte, nämlich das „Setzen, Auseinanderbrechen und Ablegen“ wurden nunmehr durch eine einzige Maschine erledigt.
Recherchen der HNA haben ergeben, dass die im TMK befindliche Maschine, diejenige sei, auf der zunächst die ersten Proklamationen der Amerikaner und dann die erste Ausgabe der Hessischen Nachrichten gedruckt worden sei (HNA, 16.09.2020).

Text: Andrea Krischke

Bild: Wolfgang Dünkel

(last update 25.09.2020)

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0561-86190400
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