Drehbank von Henschel & Sohn, Cassel

Ausgehend von den Entwicklungen in der Montanindustrie und im Eisenbahnbau beginnt die industrielle Entwicklung in Deutschland im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Viele innovative Köpfe befassen sich mit dem Nachbau der in England erfolgreich eingesetzten Dampfmaschine. Ihr Bau stellt hohe Anforderungen an Präzision, Zuverlässigkeit und Belastbarkeit der zusammenwirkenden Maschinenteile. Um dies zu gewährleisten, sahen sich die frühen Konstrukteure gezwungen, die einzelnen, von Hand geführten Werkzeuge auf Maschinen in Bewegung umzustellen. Ziel war es, die Muskelkraft des Arbeiters durch Maschinenkraft zu ersetzen und damit eine höhere Präzision zu erreichen. Ein charakteristischer Bestandteil der frühen Maschinen waren die Stufenscheiben, über die der Antrieb mittels Flachriemen und zentraler Transmission erfolgte. Die Kraftquelle war bis zur Jahrhundertwende die Dampfmaschine, später der Elektroantrieb.

Eine der Pionierfirmen auf dem Gebiet der Werkzeugmaschinen-Herstellung in Deutschland war die Firma „Henschel & Sohn, Cassel“, die sich im Selbstverständnis zunächst als Maschinen-Fabrik sah und erst später mit dem Bau von Dampflokomotiven begann. Die um 1880 gefertigte Drehmaschine verfügt über einen festen Werkzeughalter – den Werkzeugschlitten oder Support – der mechanisiert über die Antriebsspindel am Werkstück entlanggeführt wird. Im Gegensatz dazu wird bei einer Drehbank das Werkzeug per Hand geführt.

Innerhalb der verschiedenen Werkzeugmaschinen nimmt die Drehmaschine aufgrund ihrer Vielseitigkeit eine Sonderstellung ein. Während der Produktion wird das Werkstück in Rotation zur eigenen Achse gesetzt. Im Anschluss trägt der Drehmeißel während der Drehbewegung fortlaufend Material vom Werkstück ab, bis es die gewünschte Form erreicht hat. So können auf einfache Weise Metalle und weitere Werkstoffe bearbeitet werden. Mit Drehbänken können beispielsweise Rotationskörper wie Achsen, Stifte, Buchsen und teilweise sogar Außen- und Innengewinde hergestellt werden.

Den vollständigen Artikel „Die Anfänge des Werkzeugmaschinenbaus“ von Andrea Krischke können Sie in der Zeitschrift „Technik Nordhessen“ (1-2022) nachlesen.

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