Nachbau des Lilienthal-Gleiters

Otto Lilienthal (1848 bis 1896) war ein Pionier der Luftfahrt. Mit mindestens 21 Fluggeräten absolvierte er geschätzte 2000 Flüge. Er beschäftigte sich mit der Physik des Fliegens und publizierte seine Erkenntnisse.

Michael Platzer baute als Student 1969 einen Lilienthal- Gleiter zunächst als Dekoration für den Fliegerball des Homberger Luftsportvereins nach. Anfang der siebziger Jahre wurde der Gleiter dann erstmals aktiviert. Nach einigen Modifikationen (z.B. Anbau der zweiten Tragfläche) konnte Michael Platzer für ein französisches Filmteam 15 Flüge auf der Wasserkuppe erfolgreich absolvieren (siehe www.youtube.com: Die Grashüpfer).

Flughafen- Drehfeuer Kassel- Calden

Flughafen Drehfeuer DL 150 (Bild: Dr. Ullrich Huckfeldt)
Der Flughafen Kassel- Calden ging 1970 in Betrieb. Auf dem Tower wurde ein Flughafen- Drehfeuer errichtet. Es diente zur Kennzeichnung des Flugplatzes bei Nacht und schlechtem Wetter. Als Flugplatz-Ansteuerungsfeuer auf dem Kontrollturm zeigte es dem Piloten schon aus weiter Entfernung die Lage des Flugplatzes an und bestätigt ihm, dass das ILS (Instrumentenlandesystem) in Kraft ist.
Das Gehäuse des Feuers besteht aus dem Oberteil mit Abzugshaube, dem mittleren wetterfesten Verglasungsteil mit vier Glasfeldern, von denen zwei als Türen ausgebildet sind, und dem Unterteil mit 4 Befestigungsknaggen mit je einer Bohrung von 21 mm auf einem Lochkreis von 640 mm Ø. Die Lüftungsschlitze sind durch Gaze gegen Eindringen von Insekten abgedeckt. Im Unterteil ist eine Klappe für den Zugang zu dem Schaltkasten mit Bedienungs-schaltern und Handlampen-Steckdose vorgesehen. Antriebsmotor, Schleifringe, Kohlebürsten usw. sind durch die Türen im Verglasungsteil von oben her zugänglich. Als Optik
(Fig. 1)
werden zwei geschliffene Fresnel-Linsenfelder von 150 mm Brennweite verwendet, welche um eine horizontale Achse drehbar gelagert sind
(Fig. 2).
Dadurch können die Hauptlichtstrahlen mit Hilfe einer Winkelskala und Stellschraube von 0° bis 5° über der Horizontalen eingestellt werden. Vor den exzentrisch angeordneten Dioptern der beiden Linsenfelder sind zur Vergrößerung der Höhenstreuung Prismen angebracht. Der Antrieb der Linsenfelder erfolgt über ein Getriebe durch einen Wechselstrommotor für 220 V
(Fig. 3).
Die Umlaufzeit beträgt 10 bzw. 6 s entsprechend 12 bzw. 20 Blitzen. Die Stromzuführung für die Glühlampen erfolgt über Schleifringe. Verstellbare Halter für die Glühlampenfassung ermöglichen die exakte Fokussierung des Lampenwendels, mit einer Kontrolle über zwei Visiereinrichtungen. Ein Zweifach-Lampenwechsler garantiert bei Ausfall der Betriebslampe das automatische Nachrücken der Reservelampe in den Brennpunkt der Optik (Fig. 4). Die Funktionsfähig-keit des Lampenwechslers kann durch einen Schalter überprüft werden. Zum Austausch der Lampen wird ein Diopterfeld der Optik herausgezogen und nach unten geklappt
(Fig. 5).
Als Lichtquellen dienen zwei Spezial-Scheinwerferlampen 55 V / 1500 W mit Klarglas- Röhrenkolben und Schraubsockel E 40
(Fig. 4).
Die mittlere Lebensdauer beträgt 500 Stunden. Die Lichtabstrahlung des Drehfeuers ist weiß; farbiges Licht (gelb, rot und grün) kann durch Farbfilterrahmen, die vor die Linsenfelder gesetzt werden, für ein- oder beidseitige Abstrahlung erzeugt werden. Die Stromversorgung des Drehfeuers erfolgt aus dem 220 V / 50 Hz. Netz, wobei ein Transformator 220 / 55 V / 1750 VA zur Speisung der Lampen die Netzspannung auf die Betriebsspannung herabsetzt.
* Die max. Lichtstärke des Drehfeuers DL 150 beträgt ca. 1,44 M cd (Candela).
* Gewicht:         176 kg        
* Höhe 1        500 mm
* Durchmesser     930 mm
       

Der Sponsor des Gittermastes ist Klaus Banze, Bereichsleiter Stahlbau, Fa. Hoffmeier, Industrieanlagenbau, aus Hamm
Recherche und Text: Manfred Vogel
Die Bilder stammen aus dem Prospekt: PINTSCH BAMAG Antriebs- und Verkehrstechnik GmbH Dinslaken / 08.1976

 

 

 

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(last update 09.10.2020)

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