Flughafen- Drehfeuer Kassel- Calden

Flughafen Drehfeuer DL 150 (Bild: Dr. Ullrich Huckfeldt)
Der Flughafen Kassel- Calden ging 1970 in Betrieb. Auf dem Tower wurde ein Flughafen- Drehfeuer errichtet. Es diente zur Kennzeichnung des Flugplatzes bei Nacht und schlechtem Wetter. Als Flugplatz-Ansteuerungsfeuer auf dem Kontrollturm zeigte es dem Piloten schon aus weiter Entfernung die Lage des Flugplatzes an und bestätigt ihm, dass das ILS (Instrumentenlandesystem) in Kraft ist.
Das Gehäuse des Feuers besteht aus dem Oberteil mit Abzugshaube, dem mittleren wetterfesten Verglasungsteil mit vier Glasfeldern, von denen zwei als Türen ausgebildet sind, und dem Unterteil mit 4 Befestigungsknaggen mit je einer Bohrung von 21 mm auf einem Lochkreis von 640 mm Ø. Die Lüftungsschlitze sind durch Gaze gegen Eindringen von Insekten abgedeckt. Im Unterteil ist eine Klappe für den Zugang zu dem Schaltkasten mit Bedienungs-schaltern und Handlampen-Steckdose vorgesehen. Antriebsmotor, Schleifringe, Kohlebürsten usw. sind durch die Türen im Verglasungsteil von oben her zugänglich. Als Optik
(Fig. 1)
werden zwei geschliffene Fresnel-Linsenfelder von 150 mm Brennweite verwendet, welche um eine horizontale Achse drehbar gelagert sind
(Fig. 2).
Dadurch können die Hauptlichtstrahlen mit Hilfe einer Winkelskala und Stellschraube von 0° bis 5° über der Horizontalen eingestellt werden. Vor den exzentrisch angeordneten Dioptern der beiden Linsenfelder sind zur Vergrößerung der Höhenstreuung Prismen angebracht. Der Antrieb der Linsenfelder erfolgt über ein Getriebe durch einen Wechselstrommotor für 220 V
(Fig. 3).
Die Umlaufzeit beträgt 10 bzw. 6 s entsprechend 12 bzw. 20 Blitzen. Die Stromzuführung für die Glühlampen erfolgt über Schleifringe. Verstellbare Halter für die Glühlampenfassung ermöglichen die exakte Fokussierung des Lampenwendels, mit einer Kontrolle über zwei Visiereinrichtungen. Ein Zweifach-Lampenwechsler garantiert bei Ausfall der Betriebslampe das automatische Nachrücken der Reservelampe in den Brennpunkt der Optik (Fig. 4). Die Funktionsfähig-keit des Lampenwechslers kann durch einen Schalter überprüft werden. Zum Austausch der Lampen wird ein Diopterfeld der Optik herausgezogen und nach unten geklappt
(Fig. 5).
Als Lichtquellen dienen zwei Spezial-Scheinwerferlampen 55 V / 1500 W mit Klarglas- Röhrenkolben und Schraubsockel E 40
(Fig. 4).
Die mittlere Lebensdauer beträgt 500 Stunden. Die Lichtabstrahlung des Drehfeuers ist weiß; farbiges Licht (gelb, rot und grün) kann durch Farbfilterrahmen, die vor die Linsenfelder gesetzt werden, für ein- oder beidseitige Abstrahlung erzeugt werden. Die Stromversorgung des Drehfeuers erfolgt aus dem 220 V / 50 Hz. Netz, wobei ein Transformator 220 / 55 V / 1750 VA zur Speisung der Lampen die Netzspannung auf die Betriebsspannung herabsetzt.
* Die max. Lichtstärke des Drehfeuers DL 150 beträgt ca. 1,44 M cd (Candela).
* Gewicht:         176 kg        
* Höhe 1        500 mm
* Durchmesser     930 mm
       

Der Sponsor des Gittermastes ist Klaus Banze, Bereichsleiter Stahlbau, Fa. Hoffmeier, Industrieanlagenbau, aus Hamm
Recherche und Text: Manfred Vogel
Die Bilder stammen aus dem Prospekt: PINTSCH BAMAG Antriebs- und Verkehrstechnik GmbH Dinslaken / 08.1976

 

 

 

Objekt des Monats

DAS TECHNIK-MUSEUM KASSEL GRATULIERT DER HNA ZUM 75JÄHRIGEN JUBILÄUM
Bücher, Zeitschriften und sonstige Druckwerke umgeben uns mit großer Selbstverständlichkeit. Wenn wir morgens die HNA aus dem Briefkasten nehmen und bei einer heißen Tasse Kaffee das Neueste lesen, machen wir uns keine Gedanken darüber wie aufwendig Drucken und Setzen einer Zeitung um die Jahrhundertwende waren. Anlässlich des Jubiläums der HNA blicken wir kurz zurück:
Im ausgehenden Zeitalter der Aufklärung führte das gesteigerte Informations- und Lesebedürfnis der Bevölkerung zu einer starken Nachfrage nach Zeitschriften und Büchern. Auflagen und Umfang der Druckwerke nahmen exorbitant zu. In den Druckereien konnte der Druckprozess durch stetig verbesserte Druckmaschinen gesteigert werden, jedoch gelang es nicht, das Setzen der einzelnen Buchstaben zu mechanisieren, dies erfolgte nach wie vor sehr zeitaufwendig im Handsatz. Die verwendeten Buchstaben mussten am Ende wieder auseinandergebrochen und von Hand in die Setzkästen zurückgeführt werden.
Trotz größter Bemühungen zahlreicher Erfinder, war es ein Problem, den komplexen Prozess des „Setzens, Auseinanderbrechens und des Ablegens“ zu mechanisieren.
Ottmar Mergenthalter, ein aus Bad Mergentheim stammender deutscher Uhrmacher, wanderte 1872 in die USA aus. Dort knüpfte er Kontakte zum Druckgewerbe und erkannte die Probleme des Handsatzes. Dies war die Initialzündung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen; sein Beruf kam  ihm dabei zugute. Im Jahr 1886 gelang es ihm, den komplexen Prozess zu mechanisieren. Seine „Blower“ war die erste funktionierende Matrizensetz- und Zeilengießmaschine, auch wenn sie noch kleinere Probleme aufwies. Die Maschine verbreitete sich zunächst auf dem amerikanischen Markt, 1894 kommt eine verbesserte Setzmaschine nach Deutschland.
Die Buchstaben wurden bei dem neuartigen Maschinensatz nun nicht mehr einzeln vom Handsetzer aus dem Setzkasten herausgenommen und später wieder zurückgelegt, sondern der Text wurde über eine Tastatur, wie bei einer Schreibmaschine, eingegeben. Für jeden angetippten Buchstaben fällt eine Matrize aus einem Magazin. Diese Buchstabenmatrizen werden zu Zeilen aneinandergereiht und ausgegossen. Es entsteht eine sogenannte „line of types“, die Namensgeber für die Linotype-Maschine ist. Die maschinell erstellten Zeilen werden zu Druckstößen angeordnet. Die Buchstabenmatrizen, die zum Guss der Zeilen verwendet wurden, werden danach wieder auseinandergebrochen und im letzten Arbeitsschritt über Zahnstangen wieder in das Matrizenmagazin zurückgeführt.
Der neuen Maschinensatz führte zu einem gravierenden Wandel in der Druckbranche. Einerseits konnte der Satz nun beschleunigt werden und kostengünstiger erfolgen, andererseits wurden viele Handsetzer arbeitslos. Neben dem Beruf des Handsetzer bildete sich der Beruf des Maschinensetzers heraus.
Anlässlich des 75jährigen Jubiläums der HNA zeigt das Technik-Museum eine Linotype-Setzmaschine  an exponierter Stelle. Besucher/Innen können sich selbst ein Bild davon machen, welche Genialität und konstruktive Leistung in dieser Maschine steckt. Drei - bis zur Erfindung des Maschinensatzes von Hand ausgeführte – Arbeitsschritte, nämlich das „Setzen, Auseinanderbrechen und Ablegen“ wurden nunmehr durch eine einzige Maschine erledigt.
Recherchen der HNA haben ergeben, dass die im TMK befindliche Maschine, diejenige sei, auf der zunächst die ersten Proklamationen der Amerikaner und dann die erste Ausgabe der Hessischen Nachrichten gedruckt worden sei (HNA, 16.09.2020).

Text: Andrea Krischke

Bild: Wolfgang Dünkel

(last update 25.09.2020)

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Wolfhager Str. 109,
34127 Kassel
0561-86190400
museum{at}tmk-kassel.de

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Samstag und Sonntag: 11:00 – 16:00 Uhr

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