• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8

Das Objekt des Monats ...

… Dezember ist der Schmidt´sche Rauchrohrüberhitzer im Lokomotivbetrieb.

Vor der Vorstellung dieses, die Wirkung des Wasserdampfes optimierenden Objekts des Monats zunächst ein – über mehr als drei Jahrhunderte zurückgehender – kurzer Blick in die Zeit unseres Kasseler Landgrafen Karl im 17./18. Jahrhundert und damit der Bedeutung für die regionale Technikgeschichte. Karl berief nach Aufhebung des Ediktes von Nantes (Religionsfreiheit in Frankreich) durch den katholischen König Ludwig XIV. den hugenottischen Mediziner, Physiker und Erfinder Denis Papin 1687 als Professor an die Universität Marburg.

Papin stellte Landgraf Karl – nach seinen vorangegangenen Entwicklungen in Paris und London (u. a. der 1681 patentierte Papin´sche Dampfdruck-Kochtopf) – in 1690 eine aus einem beheizten Zylinder (befüllt mit wenig Wasser) und beweglichem Kolben konstruierte "Dampfmaschine" vor. Der im Zylinder entstehende Druck des Wasserdampfs hob den Kolben an, dieser diente zur Hebung von Wasser und stellte damit eine erste funktionierende Wärmekraftmaschine dar. Das mit Wasserdampf betriebene System bezeugt, dass damit betriebene Maschinen in der Residenzstadt Cassel und der Zeit danach eine sehr lange Tradition haben.

Im Mai 1893 übernahm die öffentliche Stromversorgung der Gemeinde Wahlershausen im späteren Casseler Stadtteil Wilhelmshöhe "eine 40pferdige, einfach wirkende Zweizylinder-Heißdampf-Auspuffmaschine aus der Maschinenfabrik L. W. Schröder in Aschersleben". Zusammen mit "einem stehenden Feuerbüchsenkessel mit eingehängten Quersiedern" und einem "Einrohr-Spiralschlangen-Durchlauf-Überhitzer" wurde dies zur "ersten mit Heißdampf von 350 °C betriebenen" Kraftwerksanlage von Wilhelm Schmidt. Erhalten ist eine historische Darstellung der Dampferzeugung mit Kessel und Überhitzer (s. Bild rechts bzw. oben).

Das TECHNIK-MUSEUM KASSEL ...

... befindet sich im Henschel-Werk II. Das Henschel-Werk Rothenditmold ist eine der wenigen industriellen Fabrikanlagen, in der große Teile der Originalsubstanz erhalten sind. Die historische Zeitspanne reicht von den ersten Hallenbauten 1870 über die Ausbauphase der vorvergangenen Jahrhundertwende bis zu einem hervorragenden, wenn auch kleinen Objekt der 1960er Jahre. Das Werk Rothenditmold repräsentiert prototypisch Architektur, Nutzung und Schicksal älterer Fabrikareale - es ist eine der ältesten als Ensemble noch erhaltenen Lokomotiv-Produktionsstätten dieser Art in Deutschland. Das TECHNIK-MUSEUM KASSEL hat das Ziel, Produkte, Technologien und Innovationen aus Kassel und Nordhessen zu sammeln, auszustellen und in den historischen Kontext zu stellen. Dazu gehört auch die Durchführung von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen. In unserem Archiv bewahren wir zeitgenössische und aktuelle Literatur auf und wir widmen uns der Digitalisierung von alten Zeichnungen Kasseler Betriebe.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Bitte beachten, dass unsere Halle 9 mit der 44er Dampflok sowie den Straßenbahnen momentan nicht besucht werden kann.

Weitere Informationen zu Ihrem Besuch finden Sie hier.

 

Kontakt

Technik-Museum Kassel Betreiber gGmbH
Wolfhager Str. 109
34127 Kassel
0561-86190400
museum@tmk-kassel.de

Unsere Öffnungszeiten


 Mi - Fr  13 - 17 Uhr
Sa & So 11 - 17 Uhr

Unsere Ausstellungshalle ist nicht geheizt, im Winterhalbjahr bitte entsprechend kleiden.

Winterpause: 19.12.2022 bis 3.01.2023

So erreichen Sie uns mit dem NVV