Elektrisier-Automat

Bereits 1750 wird von einer öffentlichen Vorführung berichtet, auf der man sich für „1 Schilling elektrisieren“ lassen konnte. Neben dem eigentlichen Spaß, sich für kurze Zeit durch die Betätigung des Hebels selbst unter Strom zu setzen, versprachen die Elektrisiermaschinen eine heilende, therapeutische Wirkung. Sie dienten zeitweise als Gesundheitsautomaten und die Ärzte priesen sie als „medicina sine medicamento“ (Medizin ohne Medikamente) an.

Dieser Automat im Technik-Museum aus den Jahren um 1905 wurde vornehmlich in Gasthäusern aufgestellt und diente dem Vergnügen. Die „Elektrisierer“ hatten besonders zu Zeiten des Glückspielverbots Hochkonjunktur. Die Urform schuf der Magdeburger Physiker und Bürgermeister Otto von Guericke (1602-1686). Er baute eine Maschine mit drehbar gelagerter Schwefelkugel, mit der durch Reibung Strom erzeugt wurde. Von Guericke hat übrigens auch die Luftpumpe erfunden.

Europalette

Wir alle begegnen diesem Exponat beim Einkaufen oder als modernes Möbel: die Europalette ist vielfältig einsetzbar.

Durch die US-Armee inspiriert und durch die steigende Nutzung von Gabelstaplern und Hubwagen setzte sich nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Europa die Idee durch, Waren auf genormten Paletten zu transportieren und so Verladezeiten deutlich zu verkürzen. Außerdem konnten diese Paletten mehrfach verwendet werden, was die Transportkosten senkte.

1961 einigten sich dann einige europäische Eisenbahnunternehmen auf die mit 1200 mm x 800 mm x 144 mm (LxBxH) genormte Europalette. Sie besitzt eine Fläche von 0,96 m² und hat ein Eigengewicht von circa 22kg. Die Norm EN 13698-1 regelt neben der Nutzung von elf Brettern und neun Klötzchen auf den Zusammenbau mit 78 Spezialnägeln. In Deutschland werden jährlich circa 110 Millionen neue Europaletten hergestellt und in Verkehr gebracht.

Als Bestandteil des Europools sind die Europaletten bspw. auch mit Euroboxen oder Kleinladungsträgern kompatibel, welche in verschiedenen Größen erhältlich sind und den Waren- und Güterverkehr noch weiter vereinfacht haben.

Mittlerweile werden aus den Paletten auch Möbel konstruiert. Diese finden sich vor allem in Studierendenwohnungen, Bars und Gärten.

 

Kirmes in Bebra in 1958!

Bebra im Jahr 1958: In der Eisenbahnerstadt unterhalb der Gleise nach Gerstungen in Thüringen versteht man zu feiern, auf der Kirmes ist richtig was los!

In unserem Technik-Museum versetzen wir unsere Besucher immer wieder gerne zurück in die vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte! Damals wurde natürlich auch kräftig gefeiert! Mit viel Musik und Gaudi! Lebensfreude pur soll daher auch unsere neu eröffnete kleine Kirmes auf unserer H0-Modellbahnanlage auf dem Veranstaltungsgelände von Bebra im Jahre 1958 vermitteln.

   

Über 500 kleine Besucher entdecken dort die Attraktionen der Schausteller, viele bunte Lichter blinken und Fahrgeschäfte drehen sich in den engen Gassen mit einer Vielfalt von zeittypischen Buden. Klicken Sie bitte für das kurze Video entweder auf das Bild links/oben oder auf diesen Link

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Schnellrechenmaschine WALTHER WSR 160

Die Schnellrechenmaschine WALTHER WSR 160 im TECHNIK-MUSEUM KASSEL gleich neben der Kasse

Nach der geschichtlichen Herausbildung regionaler und regelbehafteter Sprachen mit anschließender Entwicklung von Schriften ist die Mengenerfassung eine der wesentlichen Voraussetzungen für das ökonomische Wachstum der unterschiedlichen Kulturen auf unserer Erde. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wie wollte das wachsende Volk des pharaonischen Ägypten auf seinem extrem schmalen, aber durch die regelmäßigen Überschwemmungen des Nils sehr fruchtbaren Land das Jahr über seine Bevölkerung ernähren, wenn es nicht durch Volkszählungen und Erfassung der Ernten einen Überblick über den Jahresablauf bis zur nächsten Ernte gewinnen konnte.

Wichtigste "Erfindungen" hierzu waren die Zahl, die Entwicklung der Zahlendarstellung (z. B. römische und indisch-arabische), die Ziffer Null, die Dezimalzahlen und die Kunst des Verknüpfens von Zahlen mitein-ander, also das Rechnen. Dazu dienten, und das haben wir in unserer Kindheit alle so gemacht, in erster Linie die Finger, aber in älteren Kulturen oder anderen Gesellschaftsschichten z. B. auch das Kerbholz und die Knoten sowie die Striche an der Wand in "geschlossenen Anstalten". Mit dem Addieren allein war es aber nicht getan, Subtrahieren ging damit auch noch, Multiplizieren gerade noch so zusammen mit dem Gehirn, aber Dividieren?

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Bleistiftschärf-Maschine "Jupiter" 1

Bleistiftschärf-Maschine Modell "Jupiter" 1  der Firma Guhl & Harbeck, Hamburg

Bleistifte und deren Anspitzer sind heutzutage selbstverständliche Alltagsgegenstände. Aber erst ab dem 18. Jhd. nahmen Schreibstuben und Kontore, in denen mit Bleistiften geschrieben und/oder gezeichnet wurde, zu. In Frankreich meldete der Franzose Bernard Lassimone 1828 das erste Patent für eine Bleistiftspitz-Vorrichtung an. Immer häufiger wurden Bleistifte genutzt und damit einhergehend wurden im Laufe der Jahre zahlreiche Varianten von Spitzern entwickelt. Bei den frühesten Spitzvorrichtungen wird eine scharfe Klinge in einem Gehäuse befestigt und der stumpfe Bleistift hingesteckt. Mittels drehender Bewegungen des Stiftes im Gehäuse wird dessen Holzummantelung abgeschnitten; die Bleistiftmine tritt wieder zum Vorschein und man kann weiterschreiben. Im Zuge der aufkommenden Industrialisierung begann die Entwicklung von sog. Bleistiftspitzer-Maschinen, die teilweise ein anderes Funktionsprinzip aufweisen, nämlich rotierende Schneidvorrichtungen um einen fixierten Bleistift.

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